Lovis Corinth (richt.Name: Franz Heinrich Louis Corinth) wird am 21.07.1858 als Sohn des
Lohgerbers Heinrich Corinth und dessen Frau Wilhelmine in Tapiau geboren.
1876: Umzug der Familie nach Königsberg. Corinth beginnt sein Akademiestudium als
Schüler des Genremalers Otto Günther.
1880 beginnt Corinth auf Empfehlung Günthers ein Studium an der Münchner Akademie,
mit dem Schwerpunkt Aktmalerei.
1883: nach dem Militärdienst nimmt er das Studium an der Akademie wieder auf.
1884: Malunterricht in Antwerpen. Im selben Jahr tritt er in die Academie Julian in Paris
ein.
1887 kehrt er nach Königsberg zurück und 1888 zieht er nach Berlin.
Er nimmt den Künstlernamen Lovis Corinth an.
1891 zieht er nach München und Ausstellung des literarischen Figurenbildes "Diogenes"
im Münchner Glaspalast. Das Werk wird von den Kritikern stark angegriffen.
1892 schließt sich Corinth der Münchner Secession an.
1893 gründet er mit anderen unzufriedenen Mitgliedern die "Freie Vereinigung".
1896: Corinth beteiligt sich an der Gründung der Freimaurerloge "In Treue fest".
1897 verläßt er München wieder und 1900 pendelt er zwischen Berlin und München.
Freundschaft mit Max Liebermann und Gerhart Hauptmann.
1901 gründet Corinth in Berlin eine Malschule und er wird Mitglied der "Berliner
Secession", in deren Vorstand er im kommenden Jahr gewählt wird.
26.03.1903: Corinth heiratet seine Schülerin Charlotte Berend, von der er auch zahlreiche
Porträts anfertigt. Das Ehepaar bekommt zwei Kinder, einen Sohn Thomas und eine
Tochter Wilhelmine.
1906 beginnt er seine Autobiographie zu schreiben.
1911 nach Liebermanns Rücktritt als Präsident der Berliner Secession wird Corinth als
Vorsitzender gewählt. Im selben Jahr im Dezember erleidet er einen Schlaganfall und ist
halbseitig gelähmt. Davon erholt er sich nur langsam.
Als 42 Mitglieder die Berliner Secession unter Führung von Liebermann verlassen und die
"Freie Secession" gründen, bleibt Corinth als einziger namhafter Künstler der alten
Secession verbunden.
1914: Corinth begrüßt mit patriotischem Eifer den Beginn des 1.Weltkrieges. Er erhofft
sich grundsätzliche Neuerungen in der Kunst.
1917: Als Patriot will er Generale und Politiker porträtieren. Es entsteht das Portrait des
Organisators und Chefs der Kaiserlichen Marine Großadmiral Alfred von Tirpitz.
1918: Die Akademie der Künste in Berlin verleiht ihm den Professorentitel.
Das Ende des 1.Weltkrieges und der Zusammenbruch des Kaiserreiches nahm er
fassungslos und bedauerend hin.
Ab 1919 zieht er sich immer mehr aus der Großstadt zurück und kauft 1919 ein
Grundstück am Walchensee.
1923 werden seine Werke zusammen mit Arbeiten von Liebermann und Kokoschka auf
einer Frühjahrsaustellung präsentiert.
1924: Corinth porträtiert den Reichspräsidenten Friedrich Ebert.
17.07.1925: Corinth stirbt in Holland. Sein Grab ist in Stahnsdorf bei Berlin.

Corinth zählt neben Liebermann und Slevogt zu den wichtigsten Vertretern des deutschen
Impressionismus in der Malerei. Aber seine Werke tendieren auch zum
expressionistischen und fauvistischen Stil hin. Lange Zeit seines Lebens hatte er sich mit
Selbstporträts beschäftigt, die ihm zur Selbstanalyse dienten.
Als Porträtmaler, Zeichner und Lithograph nahm er in der deutschen Malerei des 20.Jhdts
einen bedeutenden Platz ein. Aber Corinth war auch Schriftsteller: "Das Erlernen der
Malerei" und eine Autobiographie.
1910 schenkte er der Pfarrkirche von Tapiau das Altarbild "Golgatha".
1917 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Tapiau ernannt.