TAPIAU (russ. Gwardejsk=Garnisonsstadt), Stadt im Kreis Wehlau, Regierungsbezirk
Königsberg, 10m über dem Meer, an der Mündung der Deime in den Pregel. Die Deime
verband den Pregel mit dem Kurischen Haff.
Vor 1450 galt die Bezeichnung TAPIOM dem Gebiet, das König Ottokar von Böhmen mit
seinen Kreuzfahrern durchzogen und unterworfen hatte.
Die Prussenburg Surgurbi wurde von ihm erobert, fiel aber 1265 an den Orden und wurde
ausgebaut.
Um die Burg entstand bald eine Lischke.
1280-1290 wurde die Burg aufs Ostufer der Deime verlegt. Die Siedlung blieb auf dem
Westufer.
1297 eine Komturei eingerichtet.
1450 wurde Tapiau(Lischke Tapiaw) zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
1502 gab es den ersten Pfarrer in Tapiau und der Gottesdienst wurde in der Burgkapelle
abgehalten. (Burgkapelle ist 1661 und 1689 abgebrannt und 1694 neu aufgebaut und
erweitert worden).
1520 wurde die erste Schule gegründet, später die Gartenlehranstalt.
Tapiau wurde vom letzten Hochmeister zum Sommersitz erwählt und nach 1525 wurde in
der Burg ein Hauptamt eingerichtet.
Herzog Albrecht besuchte das Schloß oft und starb hier 1568.
In der Willkür von 1684 wird der Ort als "Marktflecken" bezeichnet.
1722 bekommt Tapiau von Friedrich Wilhelm I die Stadtrechte und wird zur Immediatstadt
erhoben.
1758 von den Russen und 1807 von den Franzosen besetzt.
König Friedrich Wihelm II übergab die Burg der landständischen Verwaltung und richtete in
Ihr eine Landesarmen- und Besserungsanstalt ein.
1793 erhielt die Anstalt ihr Reglement.
Zuerst wurden nur Bettler und Besserungsbedürftige aufgenommen, doch bald darauf auch
Blinde und Taubstumme und ab 1902 auch Geisteskranke.
Aus dieser Anstalt ging später die Landespflegeanstalt der Provinz Ostpreußen hervor.
1904 erschien erstmals eine Zeitung in Tapiau.
1914(während des 1. Weltkrieges) wurden alle Stadtakten vernichtet und die Pregelbrücke
(Brücke zwischen Stadt und Bahnhof), sowie die Brücke über die Deime gesprengt.
Die Stadt wurde während des 1. Weltkrieges stark in Mitleidenschaft gezogen.
Sie lag unter schwerem Beschuss der Russen.
Die Front war die Deime.
1922: 200jähriges Stadtjubiläum in Tapiau.
1939 hatte die Stadt 9272 Einwohner.