Ostpreußen heute

Ostpreußen wurde nach 1945 endgültig von Deutschland abgetrennt und eine Grenze in ost-westlicher Richtung
gezogen, wobei Rußland den nördlichen Teil mit Königsberg bekam und Polen den südlichen.
In der Zeit des kalten Krieges(1945-1990) war dieser Teil Rußlands Sperrgebiet, da hier die Ostseeflotte der Roten Armee
bei Königsberg liegt. In dieser Zeit ist das Land sehr heruntergekommen, die landwirtschaftlichen und industriellen Betriebe sind zerfallen und
nach der Wende breitet sich hier die Arbeitslosigkeit aus.
Nach der Wende ziehen vermehrt Wolgadeutsche aus Kasachstan in das nördliche Ostpreußen.
Königsberg (heute Kaliningrad) ist nach wie vor das Zentrum dieses Gebiets mit einer Universität. Das ehemalige Ordens-und Krönungsschloß
wurde gesprengt und durch ein häßliches Verwaltungsgebäude ersetzt. Im Zentrum Königsbergs ist heute nur noch weite Ödnis.
Der südliche polnische Teil Ostpreußens ist landwirtschaftlich geprägt.Nach der Wende, besonders in Masuren herrscht eine hohe
Arbeitslosigkeit und die Jugend wandert in den Westen ab.
Masuren ist für Polen eine Urlaubsregion. Hier gibt es noch unberührte Natur mit vielen Seen und Wäldern.
Hauptorte an den Maurischen Seen sind Lötzen und Nikolaiken.
Hauptstadt des südlichen Ostpreußens ist Allenstein. Es hat sich nach dem Krieg zu einem wichtigen Industriezentrum entwickelt. Die
Einwohnerzahl beträgt ca. 100000 Menschen.
Eine weitere wichtige Industriestadt ist Elbing (heute Elblag), im Krieg zu 90% zerstört ist sie heute nur noch ein Abglanz ihrer hanseatischen
Vergangenheit.
Vielen Städten und Dörfern sieht man heute noch ihre deutsche Vergangenheit an, doch wirken sie alle etwas heruntergekommen.

Tapiau (heute Gwardeisk)

Die Russen machten aus Tapiau einen militärischen Standort und aus der Heilanstalt eine Kaserne.
Trotz der Umbenennung in Gwardeisk hat Tapiau sein deutsches Gesicht behalten, die bemerkswerte Geschichte der Stadt läßt sich heute
noch erahnen. Hier starb 1568 Herzog Albrecht von Preußen und das Geburtshaus von L.Corinth steht auch noch. Eine Gedenktafel in
deutscher und russischer Sprache ist an dem Haus angebracht daß neuerdings ein Lovis-Corinth-Museum ist.
Vom Dorf aus fährt man gerne nach Tapiau zum Einkaufen, es geht dort ruhig und gemütlich zu, außerdem sind die Straßen ausgezeichnet.
Vor Tapiau steht ein Siegesdenkmal, ein Panzer auf einem Sockel in einer Grünanlage. Man fährt an einer Kaserne vorbei und an einem von
den Russen erbauten Wohnblock und bald ist man im Stadtkern von Tapiau. Die Häuser um den Marktplatz sind zum größten Teil aus der Zeit
vor der Flucht und Vertreibung, außer das neue große Kaufhaus.
Man erblickt des weiteren Lenin, der auf einem Sockel steht und auf das um 1600 erbaute Gotteshaus, das schon seit längerer Zeit wieder als
Kirche genutzt wird.